Die Schweiz steht vor einer herausfordernden Zukunft: Die Weltkonjunktur ist unsicher, die Konkurrenz der Märkte und der Staaten hat sich verschärft. Wir müssen – wie beim Frankenkurs – auch mit unangenehm raschen Veränderungen rechnen.

Unseren herausragenden Lebensstandard können wir nur erhalten, wenn wir weltweit an der Spitze mithalten: Nötig sind namentlich bestens qualifizierter Nachwuchs, Spitzenforschung mit international beachteten Resultaten sowie konsequente Umsetzung des Wissens in Innovation. Dies gilt zugunsten des Wirtschaftsplatzes Schweiz, aber ebenso für die Lösung politisch brennender Fragen wie jener nach dem Energiesystem oder der Welternährung und auch für die Pflege öffentlicher Güter wie Wasser, Luft und Landschaft.
Der ETH-Bereich kommt diesen Bedürfnissen nach. Seit 2000 sind die Studierendenzahlen an ETH Zürich und EPFL um fast die Hälfte gewachsen, praktisch alle finden nach dem Abschluss rasch ins Berufsleben. Frühere Leuchtturmprojekte der Forschung wie zum Beispiel die Swiss Light Source am PSI haben noch heute eine immense Wirkung; nun investiert der ETH-Rat mit dem Hochleistungsrechnen und Vernetzung HPCN, dem Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL und dem Neuroinformatikprojekt Blue Brain in die Fortschreibung der Erfolgsgeschichte. Und von St. Gallen bis Lausanne, von Basel bis Lugano arbeitet der ETH-Bereich eng mit der Praxis aus Wirtschaft und Verwaltung zusammen, wofür zahlreiche neue Angebote und Plattformen
entstanden.
Im Gegenzug erwartet der ETH-Rat für den ETH-Bereich das Engagement der Schweiz: Die Effizienzgewinne im ETH-Bereich sind ausgeschöpft, die wachsende Studierendenzahl erfordert mehr Betreuung und teilweise neue Infrastrukturen. Die grossen Forschungsprojekte sind «smart und schweizerisch» angelegt, um in Nischen und mit neuer Technologie sowie guter Vernetzung Wirkung zu erzielen. Schliesslich sind die Anstellungsbedingungen im ETH-Bereich und die Perspektiven einer wissenschaftlichen Laufbahn attraktiv zu halten.
Der internationale Vergleich lehrt uns aber auch, wie wichtig eine umsichtige Finanzpolitik ist. Angesichts mannigfaltiger Forderungen ist es an der Politik, Prioritäten zu setzen. Der ETH-Rat hat in seiner Strategischen Planung 2012–2016 aufgezeigt, welche Prioritäten er für den ETH-Bereich setzt und welchen Rahmen er benötigt. Der Bundesrat hat für 2012 seinerseits Abwägungen vorgenommen und will bei engen Spielräumen gewisse Prioritäten ermöglichen. Der Bundesversammlung obliegt es, aufgrund auch der vorliegenden Dokumentation, zu bestimmen, welche Spielräume wir zum Nutzen der Schweiz schaffen wollen.
Lesen Sie mehr im Budgetbericht des ETH-Rats über den ETH-Bereich „Akzente 2012“.







