An seiner Sitzung vom 2./3. Juni 2009 hat der ETH-Rat, das strategische Führungs- und Aufsichtsgremium des ETH-Bereichs, eine gemeinsame Professur für Photonik an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne eingerichtet. Der ETH-Rat nimmt die aktuellen, wissenschaftspolitischen Entscheidungen des Bundesrates zur Kenntnis und begrüsst die Bestrebungen des Bundes zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Schweiz, insbesondere die Investition ins Hochleistungsrechnen.
Der designierte Direktor der Materialforschungs- und Technologieentwicklungsinstitution Empa, Dr. Gian-Luca Bona (*1957), wird Professor an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne: Der ETH-Rat hat den Schweizer Physiker und langjährigen IBM-Forschungsmanager auf gemeinsamen Antrag der Präsidenten der ETH Zürich und der EPF Lausanne zum ordentlichen Professor für Photonik gewählt. Damit hat der ETH-Rat zum zweiten Mal nach der Wahl von Dr. Joël François Mesot, Direktor des Paul Scherrer Instituts PSI, zum ordentlichen Professor für Physik eine Professur institutionell an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne verankert. Die mit der Professur verknüpften Forschungsbereiche Opto-Elektronik und Photonik sind für Grundlagen und Anwendungen wichtig und insbesondere im Hinblick auf leistungsstarke sowie energiefreundlichere Computer sehr interessant.
Insgesamt hat der ETH-Rat, die Wahlbehörde des ETH-Bereichs, 18 Professorinnen und Professoren an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne gewählt sowie drei Personen zu Titularprofessoren der ETH Zürich ernannt.
Zudem hat der ETH-Rat seinem Mitglied, Dr. Barbara Haering, für die am 29. Mai 2009 erfolgte Auszeichnung zur Ehrendoktorin der Universität Lausanne gratuliert. Weitere Glückwünsche hat der ETH-Rat ausdrücklich an Dr. Dr. h.c. mult. Branco Weiss gerichtet, der am 23. April 2009 seinen 80. Geburtstag feierte. «Der ETH-Rat dankt Branco Weiss für sein Interesse und seine zahlreichen Engagements zur Förderung der wissenschaftlichen Exzellenz im ETH-Bereich», sagt Dr. Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rats. Zu den von Branco Weiss geförderten Projekten gehören das Information Science Lab HIT der ETH Zürich, die Branco Weiss Stiftung «Society in Science» für Stipendien an der Schnittstelle von Life Sciences und Gesellschaft, sowie der Lehrstuhl für Entrepreneurship and Innovation der EPF Lausanne.
Investitionen des Bundes und Leistungen des ETH-Bereichs
Der ETH-Rat hat weiter positiv zur Kenntnis genommen, dass der Bundesrat am 29. Mai 2009 mit seinen Entscheidungen zur nationalen Strategie Hochleistungsrechnen und Vernetzung (HPCN) und zum Bauprogramm 2010 des ETH-Bereichs wichtige Weichen für den Wissenschaftsstandort Schweiz und den ETH-Bereich gestellt hat. Der ETH-Rat begrüsst und anerkennt, dass der Bundesrat in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation und deren Infrastrukturen einen sehr hohen Stellenwert beimisst. «Umso mehr freut mich, dass die zwei technischen Hochschulen und vier Forschungsanstalten ihre Aktivitäten im Wissens- und Technologietransfer weiter verstärkt haben, und dass sich die Innovationsförderung im ETH-Bereich als eine wichtige Aufgabe neben Lehre und Forschung etabliert hat», sagt Dr. Fritz Schiesser, der sich in den vergangenen Wochen bei den jährlichen strategischen Gesprächen des ETH-Rats mit den beiden ETH und den vier Forschungsanstalten von den Leistungen des ETH-Bereichs überzeugen konnte.
Zum Beispiel zeigte sich die hohe Bedeutung der Material- und Nanowissenschaften für Wissenschaft und Wissenstransfer des ETH-Bereichs: Vor allem die weitere Entwicklung der Sensorik, Biotechnologie und Medizinaltechnologie, aber auch diejenige der Textilindustrie und des Energiesektors werden stark durch neue Materialien geprägt werden. In diesem Sinne hat der ETH-Rat auch positiv zur Kenntnis genommen, dass am 2. Juni 2009 in Rüschlikon ZH der Grundstein für ein gemeinsames Forschungszentrum der ETH Zürich und des IBM Forschungslabors Zürich für Nanotechnologie gelegt worden ist. Der Neubau mit 6000 m2 Bodenfläche ermöglicht ab 2011 Forschung auf Weltklasseniveau und stellt einen Gewinn für den gesamten Wissens- und Wirtschaftsstandort Schweiz dar.







